Kurzbericht von Karlheinz Rebhan: Kongobesuch im Zeitraum 20.01.2016 – 22.01.2016

 

Teilnehmer : Christel, Klaus und Friedrich Rückert, Dr. Roth, Heiner Stepper, Marc Janssens, K. Rebhan

Mittwoch 20.01.2016

Gemeinsam mit Dr. Innocent Kiluiba, weiteren Ärzten, Schwester Ancilla und Krankenschwestern informierten wir uns über den momentanen Zustand des KH Kangu. Schwester Ancilla zeigte uns die bislang noch eingelagerte Lieferung unseres Containers. Besonders erfreulich war, dass die Solalaranlage vollständig und unversehrt angekommen war. Bei unserem Rundgang mussten wir feststellen, dass es nach wie vor keine Wasserversorgung des KH gibt. Der bauliche Zustand des KH ist weitgehend i.O., auch wenn die Krankenzimmer einen etwas tristen Eindruck machen. Momentan scheinen etwa 50 Betten belegt zu sein, z.T. mit Patienten, die nicht zahlen können. Der Zustand der Apotheke ist nach Ansicht von H. Stepper nicht schlecht, wobei er natürlich keine genauen Aussagen zum Bedarf an Medikamenten und deren Verfügbarkeit machen konnte.

Nach unserem Rundgang hatten wir zunächst ein Gespräch mit Ärzten, u.a. Dr. Emanuel, dem Stellvertreter von Dr. Michel Mbungu und dem „Distriktsarzt“ der Regierung. Dabei wurden die geringe Auslastung, die Frage nach der Zukunft eines „allgemeinen“ KH, Bezahlung des Personals und Probleme der Tarifikation angesprochen, ebenso wie Vorstellungen zu einer Spezialisierung des KH. Zu diesem Zeitpunkt wusste niemand etwas von dem in 3 Tagen anstehenden Abschied des Leiters des KH.

Bei einer anschließenden „Betriebsratsversammlung“ wurde uns zunächst für unser Engagement gedankt, aber auch die Bitte vorgetragen, dass unser Verein jedem Mitarbeiter etwa 10 Dollar Prämie/Monat geben sollte. Zudem möchten die Mitarbeiter des KH eine zentrale Wasserversorgung für sich und die Patienten. Christel Rückert verwies darauf, dass Prämienzahlungen nicht unsere Sache sondern die des Bischofs sei. Unser Verein will sich um die  Einrichtung einer zentralen Wasserversorgung mit der Wiederinstallierung des Wasserturms intensiv bemühen, was eine große Erleichterung für das KH- Personal wäre.

Nach unserem KH-Besuch hatten wir die Möglichkeit, auf Vermittlung von Dr. Roth, mit Pater Alphonse, einem belg. Missionar, der seit 50 Jahren für die Wasserversorgung in der Missionsstation Kangu verantwortlich ist, über das Problem der Wasserversorgung im Kh zu reden. Er wii am Freiatag mit seinem Installateur ins KH kommen um die Situation zu eruieren und einen Kostenvoranschlag vom Installateur erstellen lassen.

Donnerstag, 21.01.2016

Treffen mit Bischof Cyprien in Boma

Teilnehmer : wie oben, außer Dr. Roth, M.Janssens, zusätzlich Dr. Michel Mbungu

Bei dem Treffen sollten folgende Themen angesprochen werden:

  1. Panneaux solaire
  2. Manque de l“eau
  3. 3. Remaniement du personnel et redefinition dela mission strategique
  4. 4. Tarifikation

Zu 1.

Msgr Cyprien ist einverstanden, wenn unser Verein sich um die Installation der Solaranlage kümmert. Er bzw. die Diözese haben aber keine finanziellen Mittel. Diese müsse unser Verein aufbringen. Er will allerdings einen Spezialisten am Freitag nach Kangu schicken, mit dem wir die Kosten für die Installation der Solaranlage vereinbaren müssen, die von unserem Verein aufgebracht werden.

Zu  2.

Msgr Cyprien ist einverstanden, dass der Wasserturm und die Wasserleitung auf unsere Kosten reaktiviert werden. Wir haben die Dringlichkeit und unser Versprechen gegenüber den Beschäftigten dargestellt und darauf verwiesen, dass die äußeren Bedingungen durch Strom, Solaranlage, Wasser für Kranke und Beschäftigte wichtige Voraussetzungen des Reussierens des KH Kangu sind.

Zu 3.und 4.

Zunächst verwies Msgr Cyprien darauf, dass keine Hospitationen von 18 Monaten mehr möglich seien, weil

-          Er nicht befragt wurde zu den Hospitationen von Eminence, Carim und Arlette

-          Michel nicht mehr im KH Kangu bleiben wird

-          Er Angst hat, dass weitere Ärztinnen/Ärzte oder Krankenschwestern in D bleiben.

Er möchte am liebsten 3monatige Aufenthalte oder Ärzte aus D, die zur Weiterbildung der kongolesischen Ärzte nach Kangu kommen. Wir haben auf die Sprachschwierigkeiten und und die nicht sehr hohe Bereitschaft dt. Ärzte hingewiesen.

Weiterhin haben er, Dr. Adolphine und sein Vikar Pierre dargestellt, dass eine Anschubfinanzierung für Medikamente im Vertrag von 2010 zwischen unserem Verein und der Diözese Boma vereinbart worden sei. Dieses Versprechen sei von uns nicht eingehalten worden, wäre aber die Voraussetzung für die Tarifikation.

Wir haben darauf hingewiesen, dass der deutsche Botschafter, der die Anschubfinanzierung für Medikamente bei der Pharmaindustrie zunächst M. Lücke in Aussicht gestellt hatte, davon Abstand genommen hat, da allgemeine Krankenhäuser nicht bezuschusst werden. Bei Spezialisierung des KH Kangu könne ein neuer Antrag gestellt werden. Zusätzlich sei ein Antrag für Gynäkologie und Pädiatrie möglich, da ein Schwerpunkt deutscher Entwicklungshilfe die nachhaltige Besserstellung von Frauen und Kindern sei.

Deshalb ist unser Vorschlag, Gynäkologie und Pädiatrie als Spezialgebiete im KH Kangu zu fördern, u.a. mit der der Möglichkeit e i n e r kostenlosen Vorsorgeuntersuchung von Schwangeren. Der Vorteil ist, dass Dr. Innocent Kiluiba in CO als Gynäkologe hospitieren konnte. Weitere Vorteile (s.o. ): saubere Betten, Wasser- und Stromversorgung, d.h. bessere Hygiene.

Weitere angesprochene Probleme:

Die vom KH-Personal erhoffte Erhöhung ihres Salärs kann von unserem Verein nicht geleistet werden. Wir wollen konkrete Projekte finanzieren ( Wasser, Strom, bessere Ausstattung im Gynäkologie- und Pediatrie-Bereich..). Wir wollen versuchen, Geld für diese Projekte und evtl. für die Anschubfinanzierung von Medikamenten bei der Erzdiözese BA und/oder H. Bovelet zu rekrutieren.

Freitag 22.01.2016

Um 9.00 Uhr trafen wir uns mit Pater Alphonse und seinem Installateur zur Besprechung des Wasserprojekts. Der Kostenvoranschlag für die zentrale Wasserversorgung der wichtigsten Gebäude des KH Kangu beläuft sich auf etwa 4000 Dollar.

Um 11.00 Uhr war der Termin mit dem Techniker, der die Solaranlage aufstellen und Stromkabel zu den wichtigsten Gebäuden verlegen wird. Sein Kostenvoranschlag : etwa 2500 Dollar für alle Installationen.

Beide Aufträge werden von einheimischen Handwerkern ausgeführt.