Klaus Rückert[1]

Gründungsvorsitzender der Coburger Initiative für Ärzte im Congo e.V.

und zusammen mit  Dr. Roth , ebenfalls Mitglied,

Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH Café-Cacao-Congo (UG)

 

 

 

 

Kongoreise Januar 2016

 

 

 

Teilnehmer[2]

 

Dr. Marc Janssens, Karlheinz Rebhan, Dr. Georg Roth, Christel Rückert, Friedrich Rückert, Klaus Rückert, Heiner Stepper

 

Ziel der Reise

 

Zum einem wollten wir die Wirksamkeit unserer Hilfsprojekte zugunsten des Hôpital de Référence  von Kangu evaluieren. An Ort und Stelle sollten, falls geboten, zusammen mit der  Krankenhausverwaltung  Kangu Vorschläge für die weitere Arbeit erarbeitet werden, die dem Vorstand zur Beratung vorzulegen sind. 

 

Die RegioMed Kliniken Coburg haben im vergangenen Jahr eine  Kooperations-Vereinbarung mit dem Krankenhaus in Kangu  geschlossen. Diese Vereinbarung mit Leben zu erfüllen, ist ein weiteres  Ziel unserer Gespräche  mit dem Bischof von Boma, dessen Diözese das Krankenhaus in Kangu unterstellt ist. Auch die Zukunft des  Centre pour la Promotion de la Sante nach dem Tode seines Mitbegründers Clement  Nzungu Mavinga sollte uns beschäftigen.  

 

Zum anderem sollten Gespräche mit der kongolesischen Kooperative COPROCOM    geführt werden. Diese  Genossenschaft ist angetreten,  gegründet,  den einst florierenden Kaffee- und Kakaoanbau in der Region Mayombe wiederzubeleben. Die gemeinnützige GmbH Cafe-Cacao-Congo (UG) in Coburg (Dr. Georg Roth und Klaus Rückert) hat es übernommen, dieser Genossenschaft  bei der Akquisition der notwendigen   finanziellen und wirtschaftlichen Ressourcen   zu helfen.   In Gesprächen mit dem Koordinator Jean Tsimba sollte das Projekt evaluiert und ggf. justiert  werden.

 

Stationen der Kongoreise, Gespräche vor Ort, Ereignisse

 

  • 08.01. bis 14.01.2016 Kisangani, Yangambi  (Landwirtschaftliche Forschungseinrichtungen

 

Besuch der Universität von Kisangani, Land-und Forstwirtschaftliche Fakultät.

 

Besuch des Biosphärenreservats von Yangambi  am Kongofluss, 90 km  westlich von Kisangani.     Das 80 qkm große Areal beherbergt etwa 32.000 Baumarten.

Yangambi war in der Kolonialzeit Sitz des Institut pour les Etudes Agronomique du Congo. Nach der Unabhängigkeit verfielen die zahlreichen Forschungseinrichtungen. 

In neuerer Zeit bemüht sich  die Universität von Kisangani in Zusammenarbeit mit ausländischen Forschungseinrichtungen die Forschungsarbeit wieder aufzunehmen.

 

Besichtigung des Herbariums, der Wetterstation, der Fischzuchtstation, der verschiedenen Baumschulen (Bananen, Ölpalmen). Teilnahme an zwei Seminaren für Agronomen der Forschungseinrichtungen, gegeben von Dr. M Janssens. Thema war u.a. die Herstellung von lokalen kostengünstigen Düngemittel,  

 

  • 15.01. bis 18.01. Kinshasa    

 

  • Gespräch mit Frau Monika Röser, UNIDO  (United Nations Industrial Development Organization)

 

Ergebnis in Kürze:

 

Im Hinblick auf das Krankenhaus sieht Frau Röser keine Fördermöglichkeit seitens   UNIDO. 

Hinsichtlich des Kaffee- und Kakaoanbaus besteht grundsätzlich eine solche Fördermöglichkeit, wenn der Projektantrag  auf eine Besserung der Lage von beim Kaffee- und Kakaoanbau abzielt.

 

  • Gespräch mit dem Deutschen Botschafter , Herrn Wolfgang Manig, und Frau Manig, 1. Sekretärin an der Botschaft

 

Ergebnis in Kürze:

 

Die Neuausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik  erlaube es der deutschen Botschaft nicht, das  Krankenhaus in Kangu in irgendeiner Form zu unterstützen. Das Krankenhaus sei nicht lebensfähig.   Leidenschaftlicher Einwand von Dr. Robert Muanda (der an dem Treffen teilnahm): was soll mit den kranken Menschen geschehen, die das Krankenhaus aufsuchen,  um medizinische Hilfe zu suchen? Der Botschafert empfahl dringend, über eine Neuausrichtung der Aufgabenstellung des Krankenhauses (Kinderheilkunde, Geburtshilfe) nachzudenken. 

Herr und Frau Manig berichteten von ihrem Besuch der Kooperative COPROCOM. Die Kooperative sei auf einem guten Wege. Die im vergangenen Januar gewährte Anschubfinanzierung zur Einrichtung von Baumschulen in Höhe von 18.600$ habe sich als sinnvoll und wirksam erwiesen. Eine weitere Subvention sei denkbar. Jean Tsimba, Koordinator bei COPROCOM, hat daraufhin einen Antrag für die Finanzierung eines kleinen Lagergebäudes von 20.000$ angekündigt.   

 

  • Gespräch mit Herrn Saiba Nzanzu, stellv. Präsident der Nationalen Kaffee- und Kakaobehörde im Kongo, Kinshasa

 

Ergebnis in Kürze:

 

Herrn Saiba wurde nochmals eindringlich nahegelegt, sich um eine deutliche Reduzierung des Ausfuhrzolls für Kaffee von 4,5% einzusetzen. Der Export von Kaffee sei andernfalls wirtschaftlich kaum vertretbar.

COPROCOM hat inzwischen mit Schreiben vom 21.01.2016 diesen Antrag schriftlich der Behörde vorgelegt.

 

  • Gespräche mit der Trust Merchant Bank

 

In Kürze:

 

Oliver Meisenberg war kurzfristig verhindert, an dem Gespräch teilzunehmen und ließ sich durch M. Augustin Ingala vertreten. COPROCOM hat bei der Filiale in Boma ein Geschäftskonto eröffnet, dass von der Coburger gemeinnützigen GmbH Café-Cacao-Congo UG für Transaktionen genutzt wird. Durch  die Vorlage des gemeinsamen Business Plans COPROCOM/Café-Cacao-Congo UG und durch die physische Präsenz von Dr. Georg Roth und Klaus Rückert erklärte die Bank  der Verdacht auf Geldwäsche ausgeräumt werden.

 

Die Geschäftsbeziehungen zwischen COPROCOM und der Coburger gemeinnützigen  werden demnächst in einem Vertrag festgelegt.

 

  • 19.01.bis 25.01.2016 Reise in die Provinz  Congo Central (Bas-Congo)

 

Zusammenfassung:

Kangu, Nsioni, Boma, Lukula  (Krankenhaus Kangu, Besprechung in Boma mit dem Bischof von Boma, dessen Diözese das Krankenhaus betreibt, Gespräche und Verhandlungen mit der Kooperative COPROCOM (500 Kleinbauern), die Kaffee und Kakao anbaut, Besuch des Office National de Café in Congo Central ,  Besuch von Kaffee- und Kakaoplantagen,  Besuch des privaten Krankenhauses von Dr. Bruno Muendo in Lukula.

 

  • Besuch und Gespräche mit der Krankenhausleitung und den Beschäftigen des Krankenhauses Kangu und Besprechung mit dem Bischof von Boma, dessen Diözese das Krankenhaus in Kangu untersteht.

 

Das Ergebnis der Besprechung ist in dem Protokoll von Karlheinz Rebhan festgehalten. das diesem Bericht beigefügt ist.  

 

  • Gespräche mit dem Centre pour la Promotion de la Santé  über die Zukunft des Zentrums und die erforderlich Neuausrichtung des Geschäftsfeldes nach dem Tode von Clement Nzungu Mavinga, der auch vielen Coburgern ein geschätzter  Freund war

 

Das Zentrum beabsichtigt,  in Zukunft sein Arbeit vorrangig auf die Hilfe  und die persönliche Begleitung von jungen Frauen während der Schwangerschaft auszurichten. Jeden Tag sterben weltweit 800 Frauen während der Geburt. Das Zentrum will insbesondere durch eine bessere Ausbildung der Hebammen und Schwestern mithelfen, das Geburtsrisiko zu senken.

 

  • Gespräche mit dem Koordinator der Kooperative COPROCOM, Jean Tsimba und seinen engeren  Mitarbeitern, Besuch der  COPROCOM-Kaffeeplantage  in   Salisi Baka, Kaffeepanel in Boma bei der Kaffee-Behörde, Niederlassung Boma

 

Detaillierter Bericht (in französischer Sprache} ist abrufbar.

 

  • Besuch der neuen privaten Krankenstation von Dr. Bruno Muendo in Lukula

 

Die neue  Krankenstation hat inzwischen ihre Arbeit aufgenommen. Alle Reiseteilnehmer waren außerordentlich beeindruckt (Vorzeigeobjekt).  

 

 

  • 26. 01.2016 Rückreise nach Kinshasa. 28.01.2016 Rückflug nach Deutschland

 

 

 

Die  Gastfreundschaft unserer kongolesischen Freunde machte auch diese Reise zu einem großen Ereignis.

 

Ein  besonderes Dankeschön gilt  allen voran Nico Nzau Nzau, Dr. Robert Muanda, Dr. Jacques Courtejoie, Roger Zimuangu, Jean Tsimba, aber auch    

Monseigneur Cyprien Mbuka, Dr. Adolphine Metamonika, Dr. Michel Mbungu, Dr. Innocent Kiluiba und Dr.Bruno Muendo.   

 

 

 

 

KR

 

 

 



[1] Persönlicher Bericht

[2] 07.01.bis 27.02.2016

Christel Rückert, Karlheinz Rebhan, Friedrich Rückert, Dr. Marc Janssens (bis 31.01.2016) und Klaus Rückert

16.01. bis 27.01.2016

Heiner Stepper

16.01.bia 25.01. 2016

Dr. Georg Roth

Friedrich Rückert sponsert seit Jahren die Coburger Initiative. Prof. Dr. Marc Janssens ist SES-Experte (Stiftung der Deutschen Wirtschaft) für Kaffee und Kakao. Alle anderen Reisenden sind Mitglieder der Coburger Initiative.